Die Ballonseide beim Sonntagslauf Ende März scheint meine Motivation aus irgendeinen dunklen Loch geholt zu haben. Ohne Murren und Nachdenken war ich seitdem weitere viermal Laufen. “Bergauf” ist es noch ein wenig zäh und der Puls und die Geschwindigkeit sind weit entfernt von dem wo sie einmal waren. Aber was viel wichtiger ist: nach langen 17 Monaten scheint die Freude am Laufen wieder zurück zu sein und noch besser: sie ist wohl gekommen, um zu bleiben.
So nachhaltig, dass ich Samstag leicht verkatert zum Laufschuh kaufen in die Stadt ging. In den letzten 2 Monaten hab ich in sehr überschaubarem Rahmen Alkohol getrunken (genau zweimal um genau zu sein) und da wirft einen eine genauso überschaubare Anzahl von Gin Tonics schon ein wenig aus der Bahn. Also saß ich im Laufschuhgeschäft, probierte mein Standardmodell in der neusten Version an und war froh, dass das Laufband besetzt war. “Willst du noch auf’s Laufband? Das wird sicher gleich frei.” “Äh, nein. Ich war erst um 4.30 Uhr im Bett und 5 Stunden später schon wieder wach.” “Wir müssen das Laufband ja nicht schnell einstellen.” “Na, heute nicht. Ich lauf da mal kurz den Gang auf und ab.” Wurde akzeptiert der Vorschlag und 10 Minuten später stand ich mit dem Karton unter’m Arm an der Kasse. Nun gut, so ein neues Paar Laufschuhe setzt ja fast voraus, dass man die dann auch laufend am gleichen Tag ausführt. Egal wie müde man ist. Und wer feiert, kann auch arbeiten, äh laufen. Gesagt, getan. Und es lief erstaunlich locker. Fast schon beschwingt. Zumindest an den Füßen. Der Rest des Körpers fühlte sich leicht gequält.
Wenn es in so suboptimalem Zustand halbwegs locker und 6km lang läuft, dann kann man das ja an einem Montag, der noch dazu Feiertag ist, in einer optimaleren Verfassung wiederholen. Und siehe da: ich baute sogar eine Extraschleife ein. War aber auch zu motivierend als ich nach 5km plötzlich neben mir stampfende Schritte hörte. Nachdem ich gerade einen Papa mit seinen zwei kleinen Töchtern überholt hatte. Kurz umgedreht und ein Lächeln machte sich in meinem Gesicht breit: die Kleinere der Beiden (etwa 3 Jahre alt) versuchte mit mir mitzuhalten. Klappte ein paar Meter ganz gut (immerhin musste sie ja auch ein Stück sprinten um mich einzuholen), dann hörte ich ein etwas atemloses “Ich kann nicht mehr.” neben mir und die stampfenden Schritte waren weg. Noch ein wenig am Laufstil arbeiten und dann nehme ich sie mit auf meine Runden. Dieses kleine, aber feine Erlebnis war anscheinend der Auslöser für ein Mini-Runner’s High. Auf alle Fälle lief ich nicht geradeaus nach Hause, sondern bog nochmals links ab und lief eine weitere Schleife durch den Park. 7,2km durfte Heinz heute mit dem Satelliten kommunizieren. Das gab es seit Juni 2011 nicht mehr…

Super, schön, klasse, dass es für dich wieder läuft. Dann kann man dich nun mit glänzend neuen Schuhen flitzen sehen.
Aber die Zeit verrennt ja auch ohne Ende, da sind schnell mal ein paar Wochen oder Monate rum. Viel Spaß beim Weiterlaufen und vor allem viel Freude dabei.
Ich freu mich für Dich! Welcome back
Das wird wieder, Sarah! Der längste Weg beginnt mit dem ersten Lauf. Neue Schuhe sind eine prima Motivation. Welches edle Modell hast du erstanden?
Brooks Adrenaline 12.