Ich lebe alleine. Was 95% der Zeit absolut in Ordnung ist. Ich kann kochen was ich will, ich kann ins Bett gehen wann ich will, kommen und gehen wie es mir passt, den ganzen Tag im Schlafanzug verbringen, wenn ich mich danach fühle. Die restlichen 5% vermisse ich jemand, der die Küche aufräumt, wenn ich Kochchaos veranstaltet habe, der schon mal das Bett vorwärmt und mich bei akuter Unlust dazu bewegt endlich vom Sofa in selbiges zu wechseln. Und jemanden, der mir einen Tritt in den Hintern gibt, wenn ich auf dem besten Weg bin, den ganzen Samstag im Schlafanzug zu verbummeln. Heute war so ein Tag. Unter dem Vorwand, dass ich ja erkältet bin und trotzdem eine stressige Woche hatte, versuchte ich mir einzureden, dass ein Pyjama absolut adäquate Bekleidung für den heutigen Tag ist. Und es ist ja keiner da, der mir das wieder ausreden kann. Den es aber anscheinend auch gar nicht braucht. Am Nachmittag erledigte ich das mit der Motivation nämlich selber. So eine entspannte Runde an der frischen Luft im Park kann nicht sicherlich nicht schaden.
Also drei Schichten Oberbekleidung angezogen, Mütze auf den Kopf, Handschuhe an, Heinz ans Handgelenk und los ging es. Laufen in der Kälte macht nämlich unheimlich Spaß, wenn man sich selber dazu überredet hat. Im Park ist es nicht so voll, man schwitzt nicht und heute knirschte schon ein wenig Schnee unter den Schuhsohlen. Nur die Nase fand das alles nicht so toll. Die lief nämlich fleißig mit. Aber alles kein Thema, wenn man in seiner Kindheit und Jugend viel Zeit beim Fußball schauen verbracht hat. Da lernt man ganz schnell, dass man kein Taschentuch zum Schneuzen mitnehmen braucht bei sportlicher Aktivität im Freien (ganz wichtig: NUR im Freien). Wenn man sich nämlich ein Nasenloch zuhält, kann man mit viel Schwung zur Seite das andere Nasenloch “freiräumen”. Ich könnte mir nur immer wieder darüber erfreuen, wie sehr Menschen erschrecken wenn man das (als Frau) macht. Aber wer will schon mit Taschentuch laufen gehen? Oder seinen Ärmel vollrotzen?











