“Alles muss man selber machen.” oder “Rotznase.”

Ich lebe alleine. Was 95% der Zeit absolut in Ordnung ist. Ich kann kochen was ich will, ich kann ins Bett gehen wann ich will, kommen und gehen wie es mir passt, den ganzen Tag im Schlafanzug verbringen, wenn ich mich danach fühle. Die restlichen 5% vermisse ich jemand, der die Küche aufräumt, wenn ich Kochchaos veranstaltet habe, der schon mal das Bett vorwärmt und mich bei akuter Unlust dazu bewegt endlich vom Sofa in selbiges zu wechseln. Und jemanden, der mir einen Tritt in den Hintern gibt, wenn ich auf dem besten Weg bin, den ganzen Samstag im Schlafanzug zu verbummeln. Heute war so ein Tag. Unter dem Vorwand, dass ich ja erkältet bin und trotzdem eine stressige Woche hatte, versuchte ich mir einzureden, dass ein Pyjama absolut adäquate Bekleidung für den heutigen Tag ist. Und es ist ja keiner da, der mir das wieder ausreden kann. Den es aber anscheinend auch gar nicht braucht. Am Nachmittag erledigte ich das mit der Motivation nämlich selber. So eine entspannte Runde an der frischen Luft im Park kann nicht sicherlich nicht schaden.

Also drei Schichten Oberbekleidung angezogen, Mütze auf den Kopf, Handschuhe an, Heinz ans Handgelenk und los ging es. Laufen in der Kälte macht nämlich unheimlich Spaß, wenn man sich selber dazu überredet hat. Im Park ist es nicht so voll, man schwitzt nicht und heute knirschte schon ein wenig Schnee unter den Schuhsohlen. Nur die Nase fand das alles nicht so toll. Die lief nämlich fleißig mit. Aber alles kein Thema, wenn man in seiner Kindheit und Jugend viel Zeit beim Fußball schauen verbracht hat. Da lernt man ganz schnell, dass man kein Taschentuch zum Schneuzen mitnehmen braucht bei sportlicher Aktivität im Freien (ganz wichtig: NUR im Freien). Wenn man sich nämlich ein Nasenloch zuhält, kann man mit viel Schwung zur Seite das andere Nasenloch “freiräumen”. Ich könnte mir nur immer wieder darüber erfreuen, wie sehr Menschen erschrecken wenn man das (als Frau) macht. Aber wer will schon mit Taschentuch laufen gehen? Oder seinen Ärmel vollrotzen?

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , | 9 Kommentare

“Running in the snow.” oder “Yoga – mal anders.”

Wer diesem Blog schon eine Weile folgt, weiß mittlerweile, dass mein Magen und ich eine gewisse Hassliebe zueinander pflegen. Momentan befindet sich unsere Beziehung im Aufwind. Wenn wir uns mal nicht so gut miteinander verstehen, dann gibt es vom Arzt Magensäureblocker, Bakterien in Tropfenform und Entspannung verschrieben. Dabei scheint mein Arzt ein besonderer Fan der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen zu sein (ja, das heißt wirklich so). Manchmal versucht er auch Yoga ins Spiel zu bringen.

Für zweiten Vorschlag konnte ich mich (bisher) nicht begeistern, zum Thema “progressive Muskelentspannung” habe ich mir eine App runtergeladen. Und frohen Mutes habe ich dannAbends im Bett einer sehr entspannenden Stimme gelauscht. Wohl einer zu entspannenden. Als ich nach ein paar Wochen gefragt wurde, wie es denn so mit dem Entspannen läuft, musste ich gestehen, dass ich noch nie mehr als 15 Minuten des 45 Minuten Programms geschafft habe. Dann schlafe ich nämlich tief und fest. Auch die Idee, das Ganze nicht Abends sondern tagsüber oder sogar Vormittags zu probieren, hatte genau den gleichen Effekt. Ich schlafe ein. Somit sollte das Programm ja seinen Zweck erfüllt haben. Meint man. Leider lernt man so die Technik nicht, die angeblich hilft, wenn man sich mal in einer stressigen, unentspannten Situation befindet. Also vielleicht doch Yoga?

Oder beantrage einfach einmal die Woche Schnee. Nach einer Woche Laufpause bedingt durch Reisestress (ähm, nun gut, schlechte Ausrede) und unangenehmen Schmerzen in der rechten Wade (klingt schon besser, oder?) hat mich mein schlechtes Läufergewissen heute nach dem Aufstehen raus in den Park “getrieben”. Trotz beachtlicher Mengen Neuschnee für die Jahreszeit, einer etwas hektischen Suche nach Laufmütze und -handschuhen und gefühlt eisiger Temperaturen. Und nach 10 Minuten gemütlich durch den Park laufen, gesellte sich leichter Schneefall zu der schon vorhandenen weißen Pracht. Und eine unglaubliche Tiefenentspannung bei mir. Gute Voraussetzungen für einen Winter, den ich gerne laufend verbringen würde.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , | 3 Kommentare

“#projekt1313″ oder “Immer schön langsam.”

Am Ende einer Woche, in der man nur einmal gemütlich durch den Park gelaufen ist und einmal sehr angestrengt durch das eigene Wohnzimmer hüpfte, scheint nicht der richtige Zeitpunkt zu sein, um große Projekte zu verkünden. Wenn man sich aber am letzten Tag dieser Woche nach einem halben Frühstück auf sein Rad setzt, erst Kilometer 1 und dann Kilometer 5 des Marathons in der Heimatstadt ansteuert, um sich dann nach der zweiten Hälfte des Frühstücks fast 2,5 Stunden klatschend bei Kilometer 41 einzufinden, dann kann man zumindest mal Wünsche äußern.

Und ich wünsche mir am 13.10.13 selber an der 41 Kilometer-Marke vorbeizulaufen und nicht “nur” andere Läufer zu beklatschen. Das Schöne bei diesem Wunsch: ich habe es sogar ein wenig selber in der Hand. Und ich bin vor 2 Jahren schon mal laufend an dieser Marke vorbeigelaufen. Also werde ich mich die nächsten 364 Tage zusammenreißen, werde brav am 31.12 den Silvesterlauf ansteuern und ab Frühjahr 2013 ganz langsam die Streckenlänge am Sonntag steigern. Ich werde neben der Lauferei weiterhin brav im Schlafanzug durch mein Wohnzimmer hüpfen (und wem auch immer dankbar sein, dass ich ins Erdgeschoß gezogen bin…) und mein Magen und ich werden versuchen Freundschaft miteinander zu schließen. Und vielleicht werde ich es endlich mal schaffen, Gefallen an dem Thema “Ich laufe morgens vor der Arbeit” zu finden (ok, ich glaube da wird es tatsächlich beim Wunsch bleiben…).

Hauptsache, ich kann alles schön langsam angehen und ich bekomme meine Lieblings-Marathonbeleitung läuft auch mit.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , , , , , | 2 Kommentare

“Schaut gut aus.” oder “Alternativsport aller Orten.”

Ich traue mich vorsichtigen Optimismus zu vermelden. Vom Laufen. Es gibt kurzfristige Pläne und langfristige Überlegungen. Heinz hatte seit Ende August (fast) keinen Grund zu wimmern. Er durfte sogar in den Wanderurlaub mit. Leider musste er dort ein etwas einsames Dasein im Hotelzimmer fristen, weil seine Besitzerin immer erst oben auf dem Berg an ihn dachte. Nun gut, die Lauf- und Heinzpause von 9 Tagen dürfte trotzdem mit ungefähr 50km gewanderten Kilometern auf meinem Bewegungskonto zu Buche schlagen.

In der nächsten Woche wird es langsam Zeit an einem Plan zu arbeiten, als kurzfristiges Ziel wartet nämlich der Silvesterlauf im heimischen Park auf mich. Und die 1:32 Stunden des letzten Teilnehmers aus 2011 sollte ich bis dahin auf alle Fälle schaffen (ja, ich muss mich jetzt schon ein wenig selbst beruhigen…), ich werde versuchen nach einem Plan für 64 Minuten zu trainieren.

Aber nicht nur Laufen steht auf dem Plan und Alternativtraining im Schlafanzug (ja, auch den Trainer im Internet verfluche ich weiter relativ regelmäßig) sondern 1x/Woche findet man mich jetzt beim Laub zusammenrechen, Kartoffel ernten, Beete umgraben und Obst einsammeln im Schrebergarten.

Und das alles nur, weil ich vor einigen Wochen über den verlorenen Geldbeutel einer älteren Dame aus der Nachbarschaft stolperte. Diese bestand zwingend auf Finderlohn, den ich mir in Form einer Tafel dunkler Schokolade auszahlen ließ und die sie mit Äpfeln und Pfefferminze aus dem eigenen Schrebergarten ergänzte. Und weil man bei so einer Übergabe durchaus miteinander ins Gespräch kommen kann, kam raus, dass sie und ihr Mann schon länger auf der Suche nach Unterstützung sind für ihren Garten. Da konnte ich einfach nicht widerstehen und bot meine Hilfe an. Ja, Gartenarbeit ist anstrengend. Und fordert Körperteile, die sonst eher vernachlässig werden (man denke nur an das Thema Rechen…).

Aber so 2 Stunden im Garten sind auch unglaublich entspannend und man verbringt viel Zeit an der frischen Luft.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , , | 4 Kommentare

“Ein Wimmern aus der Schublade.” oder “Aufbauläufer.”

Ich habe eine Schublade, in der all meine kleineren technischen Gimmicks der Vergangenheit und Gegenwart lagern. Unter anderem Heinz, meine Pulsuhr. Die schon seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr im Einsatz war. Genauso wie meine Laufschuhe. Dann gibt es da auch noch eine Tüte von einem bekannten Laufschuhausstatter mit einer neuen Laufhose und einem neuen leuchtendblauen Laufshirt drin. Die hatte ich in einem Anfall von Shoppingwut und in der Hoffnung auf Motivation Anfang des Monats erworben. Seitdem lag sie in unbeachtet in meinem Gang. Es gab halt nur sehr warmes Wetter und einen Mimosen-Magen – und keinen Elan laufen zu gehen.

Aber heute nachmittag meinte ich ein leichtes Wimmern aus meiner Gimmick-Schubalde zu vernehmen. Der MP3-Spieler konnte es nicht sein, bei dem war der Akku nach monatelanger Nichbenutzung leer. Es musste also Heinz sein. Der fristete nämlich seit längerem ein einsames Dasein im Dunkeln der Schublade und wollte sich wohl wieder mal Erinnerung wimmern, äh rufen. Nun gut, nachdem es abends nur noch leicht nieselte (übrigens mein Lieblingslaufwetter) und die Klamotten auch mal ausgeführt gehörten, entschloss ich mich zu einer Miniminiminirunde durch den Park.

Mit dem Vorhaben, dass es auch wirklich bei einer kleinen Runde bleibt und dass ich nur (!) auf den Puls schaue. Alles was das Thema Pace betrifft, ist mir vollkommen egal. Gedacht, getan. Ganz entspannt losgelaufen. Fühlte sich irgendwie gut an und laufen kann man tatsächlich nicht verlernen. Die Umsetzung des Vorhabens mit dem Puls führte auf alle Fälle dazu, dass sich die wenigen anderen Läufer, die im Park waren, besonders gut fühlten. Die haben mich nämlich wirklich alle ausnahmslos überholt. Ich war sozusagen der Aufbauläufer.

Nach 3,9km waren Heinz und ich vom kürzesten Laufdate miteinander zurück. Aber immerhin war ich das erste Mal seit – ähm, vergessen wir das einfach – laufen. Und es hat Spaß gemacht. Auch wenn die Beine die letzten 500m tatsächlich schwer waren. Ich gebe im Moment allerdings keine weiteren Prognosen dazu ab, wie eng die Beziehung zwischen Heinz und mir in den nächsten Wochen wird.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , , | 2 Kommentare

“In Pfützen ertrinken.” oder “Erste Fortschritte.”

Kaum bin ich wieder sportlich unterwegs, verfolgt mich auch das Thema “Liegestütze”. Klar, wenn man monatelang nichts macht, dann entwickelt man sich von etwas was halbwegs nach einer (!) Liegestütze aussieht, wieder zurück zu “Ich komme zwar runter, aber dann nicht mehr hoch”. Woran das liegt kann eine ganze Runde an Geburtstagsgästen beschäftigen. Dass mir die entscheidenden Muskeln nicht gänzlich fehlen, ist mir klar. Aber ob es jetzt an den nicht trainierten Brust- und Schultermuskeln liegt oder ob auch die Bauchmuskeln eine Rolle spielen: wir konnten uns bei der Feier am Samstag nicht final einigen. Nur darauf, dass so Menschen wie ich vielleicht dazu neigen, in Pfützen zu ertrinken. Weil sie sich bei einem Sturz nicht mehr mit den Oberarmen hochdrücken können. Soweit die Theorie des Geburtstagskindes. Die Party war zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten. Vielleicht hilft das zur Erklärung.

Dafür gibt es aber von einer anderen Übung erste Erfolge zu vermelden. Leider hat die keinen schönen Namen wie mein Freund der Bergsteiger oder der Romanian Deadlift. Oder vielleicht doch?

Auf alle Fälle setzt man sich auf einen Stuhl und hebt mit seinem Armen sein eigenes Körpergewicht hoch. Dann lässt man die Beine eine halbe Minute kreisen. Nun gut. Ich bekam anfangs nicht mal mein eigenes Körpergewicht in die Höhe gestemmt, geschweige denn meine Beine gekreist. Ein wenig frustrierend. Aber ähnlich wie bei den Liegestützen (ähm, entfernt ähnlich…), scheint da wohl Übung den Meister zu machen. Sonntagnachmittag hab ich es einfach mal zum Spaß ausprobiert. Und siehe da: mein Körper hebte sich wenige Zentimeter – und wenige Sekunden – vom Boden ab.

An dem Thema “Beine kreisen” werde ich dann noch üben.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , | Hinterlasse einen Kommentar

“In Ruhe schimpfen können.” oder “Schlafanzug rulez.”

Da bin ich wieder. Nicht laufend, aber immerhin in Bewegung. Eine heftige Angina später, einen mimosenhaften Magen pflegend (ja, böses Penicillin…) und mit etwas weniger Stress, nachdem ich mir die letzten Monate einige deutsche Städte sehr intensiv angeschaut habe, habe ich meinen Körper vor vier Wochen wieder zu etwas mehr Bewegung verholfen. Mitte Juni besuchte ich eine Hochzeit in dem Kleid , welches letztes Jahr entspannt ohne Jäckchen drüber getragen wurde, weil die Arme ja in Topform waren. Dieses Jahr behielt ich die Strickjacke an (ok, es hatte auch 18 Grad und Nieselregen…). Es musste also was passieren.

In “fremden” Städten nach schönen Laufstrecken zu suchen wird nie meins werden. Aber keine Bewegung mehr, kann auch nicht die Lösung sein. Aber die Rettung nahte in Form der Freundin, die mich damals schon zum Zirkeltraining mitschleppte. Ein Freund ihres Lebensgefährten hätte da eine Firma, die über’s Internet Videos streamt, zu denen man dann daheim oder im Hotel schwitzen kann. Sieben Tage kann man das ganze testen und dann hält sich der Preis noch immer in Grenzen. Gut, anschauen kann ja sich das ja mal.

Also fand ich mich einige Tage später mein Hotelzimmer ein wenig modifizieren, sprich Platz schaffen und nach 15 Minuten total durchgeschwitzt interessante Übungen machen. Einige davon sogar bekannt aus der Zeit des Zirkeltrainings. Ja, mein Freund der Bergsteiger scheint ein Dauerbrenner unter den Fitnessübungen zu sein. Man ihn auch wunderbar mit Liegestützen kombinieren (die Betonung liegt auf kann!). Ach ja, und auch Burpees scheinen bei allen Trainern beliebt zu sein.

Nun gut, der Muskelkater am nächsten Tag war wie erwartet und ließ mich wieder mal neue Muskelgruppen entdecken (über den Rippen…), aber kann nicht so schlimm gewesen sein. Zwei Tage später fand ich mich nämlich Samstagmorgen Platz in meinem Wohnzimmer schaffen. Um dann im Schlafanzug 45 Minuten durch die Gegend zu hüpfen. Und ein wenig mit dem Mann im Internet zu schimpfen. Vorteil des Trainings daheim ist nicht nur der Schlafanzug sondern auch die Tatsache, dass ich ganz wunderbar vor mich hinschimpfen kann. Was ich genau dem jungen Man an den Kopf werfe, wenn er ein herzliches “Und immer schön lächeln. Dann geht es viiiiiel einfacher.” raushaut, wieder hole ich lieber nicht. Vor allem nicht, nachdem ich ihn letzte Woche persönlich getroffen habe. Die nächsten zwei Einheiten war ich tatsächlich etwas zurückhaltender was den Schimpfwortschatz in meinem Wohnzimmer anging.

Liegt aber vielleicht daran, dass sich nach 4 Wochen “Hoffentlich sieht mich kein Nachbar”-Aktivität eine gewisse Verbesserung einstellt. Der Muskelkater ist wesentlich harmloser geworden und die Zeit kommt einem nicht mehr sooooo unendlich vor, bis man in der dritten Runde angekommen sind. Ja, ich bin nach etwa 4 Tagen vom Probeabo zum 6-Monatabo gewechselt. Wenn man in seinem Schlafanzug Sport machen kann, wird die Liste der Ausreden schon sehr, sehr kurz.

Kategorie: Uncategorized | 2 Kommentare

“History repeating.” oder “Das Kind braucht einen Namen.”

Der Feiertag letzten Montag war langweilig. Anders kann ich es mit nicht erklären, dass ich mir mehr oder weniger auf dem Tag genau drei Jahre später wieder ein Versprechen zu einem großen Laufprojekt abgerungen habe. Und dieses Mal waren weder Weißwürscht noch Weißbier im Spiel. Ich muss es also irgendwie ernst meinen mit der Sache. Eventuell liegt es ja an der Zahlenkombination. Den ersten (und bisher einzigen) Marathon bin ich am 10.10.10 gelaufen. Nächstes Jahr würde der Marathon hier in München am 13.10.13 stattfinden. Passt doch (fast) perfekt in die Reihe. Und nach fast einer Woche drüber schlafen, zweimal Laufen in strömenden Regen mit eisigem Wind  und einem Haufen Spaß im Park, hat sich dieses Projekt in einer nicht mehr ganz so hinteren Ecke meines Kopfes festgesetzt. Jetzt braucht die “Schnaps”idee nur noch einen griffigen Namen. Und irgendwann einen Plan. Und eine gewisse Ernsthaftigkeit.

Ach ja, falls jemand jetzt den Vorschlag macht, dass ich konsequenter Weise am 12.12.12 zum zweiten Mal laufen sollte: 1. Ist der Start in München unschlagbar schnell erreichbar. 2. Feier ich am 11.12.12 sicher irgendwo und werde somit am nächsten Tag ausschlafen. 3. Finde ich weltweit keinen Marathon, der am 12.12.12 stattfindet (könnte eventuell am Wochentag liegen, der mich auch am Ausschlafen hindern wird).

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , , | 4 Kommentare

“Impressionen.” oder “Sarah, der Tourist.”

Letzte Woche hatte ich die große Ehre bei einem besonderen Projekt mitzumachen. Diejenigen von euch, die mir bei Twitter folgen haben es sicher mitbekommen, alle anderen sollten unbedingt hier schauen.

Ein Jahr lang wird jeweils eine Woche ein waschechter Münchner, Zugroaßter oder ein Twitterer, der eine ganze Woche in München verbringt über die Stadt und ihre Besonderheiten berichten. Mir hat es auf alle Fälle einen Heidenspaß gemacht und ich habe einiges für die nächste Stadtführung mit Besuchern dazugelernt.

Und einen Abend habe ich alle, die MunichLovesU auf Twitter folgen mit in den Olympiapark genommen. Um meine Laufstrecke mal näher kennenlernen. Und wenn ich schon gefühlt alle 50m stehengeblieben bin, um ein Foto zu schiessen, warum sollte ich dass dann Lesern hier vorenthalten.

Bewaffnet mit meinem Telefon ging es auf die Laufstrecke (das darf ja sonst nie mit)), twittern hab ich nach dem Lauf erledigt, sonst wäre meine Brutto-Netto-Zeit auf der Trainingsstrecke noch unterirdischer als bei all meinen Firmenläufen zusammen geworden.

Der erste Stopp:

Frühling im Park (fast) soweit das Auge reicht. Und hier war ich nicht die einzige, die eine Runde Fotos geschossen hat. Nur die einzige in einer Laufhose.

Blick vom Olympiaberg auf den berühmten Vierzylinder. Der wurde übrigens von 1968 – 1972 erbaut und ein Jahr später zogen die ersten BMW-Mitarbeiter dort ein.

Blick auf das Olympiastadion mit dem berühmten Zeltdach. Hier wurden nicht nur die Leichtathletikwettberbe der Olympiade ’72 ausgetragen sondern auch jahrelang die Heimspiele des FC Bayern und der Sechziger. Mich hat man dort übrigens jeden zweiten Samstag im Block F gefunden. Beim Anfeuern des TSV 1860. In besonders schweren Zweitligamomenten versuche ich mir die Champions League Qualifikation in Erinnerung zu rufen. Oder die Saison 1999/2000 als wir beide Derbys gewannen. Und ich bei beiden Spielen in eben dem Stadion war. Hach…

Aber genug des Schwelgens in alten Zeiten, weiterlaufen.

Der Olympiaturm. 291 und a paar zerquetschte Meter hoch. Bei klaren Wetter kann man auf 192m bis zu den Alpen sehen und schauen, ob man sein eigenes Wohnhaus entdeckt.

Blick auf das brachliegende Tollwoodgelände. Hier steppt dann im Juni/Juli der Bär. Nicht empfehlenswert: nachts von der Schwimmhalle über das Gelände heimgehen, wenn der Bär nicht steppt. Nur weil man denkt, dass es kürzer ist. Zumindest sollte man das bleiben lassen, wenn man am liebsten Thriller und Krimis liest. Glaubt mir, ich habe es ausprobiert.

Blick auf den O2-Tower. Auch hier hat man wohl aus dem richtigen Büro einen wunderbaren Blick auf die Berge.

Leider war die Olympiade ’72 in München nicht nur fröhlich und unbeschwert. Dieses Denkmal erinnert daran.

Zur Zeit ist das Denkmal mit einem Kranz und den Namen der getöteten Sportler geschmückt.

Noch ist das München ’72 geschlossen. Aber sobald es aufmacht, kann man hier wunderbar entspannen und sogar sein eigenes Fleisch mitnehmen zum Grillen. Muss ich den Sommer unbedingt mal ausprobieren.

Coole Adresse. Die BMW-Welt wurde im Oktober 2007 eröffnet und man kann hier nicht nur seinen neuen BMW abholen, wenn man will, sondern auch Essen gehen und unter anderem Jazz hören.

Noch ein letzter Blick auf den beleuchten Zylinder und dann geht es wieder nach Hause.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mich alle anderen Parkbesucher für einen Touristen gehalten haben. Gefühlt habe ich mich auch so. Hat aber Spaß gemacht nach besonderen Ecken auf meiner Laufstrecke Ausschau zu halten. Und die Zeit ist tatsächlich wie im Flug vergangen.

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , | 3 Kommentare

“Ich kann nicht mehr.” oder “Na, heute nicht.”

Die Ballonseide beim Sonntagslauf Ende März scheint meine Motivation aus irgendeinen dunklen Loch geholt zu haben. Ohne Murren und Nachdenken war ich seitdem weitere viermal Laufen. “Bergauf” ist es noch ein wenig zäh und der Puls und die Geschwindigkeit sind weit entfernt von dem wo sie einmal waren. Aber was viel wichtiger ist: nach langen 17 Monaten scheint die Freude am Laufen wieder zurück zu sein und noch besser: sie ist wohl gekommen, um zu bleiben.

So nachhaltig, dass ich Samstag leicht verkatert zum Laufschuh kaufen in die Stadt ging. In den letzten 2 Monaten hab ich in sehr überschaubarem Rahmen Alkohol getrunken (genau zweimal um genau zu sein) und da wirft einen eine genauso überschaubare Anzahl von Gin Tonics schon ein wenig aus der Bahn. Also saß ich im Laufschuhgeschäft, probierte mein Standardmodell in der neusten Version an und war froh, dass das Laufband besetzt war. “Willst du noch auf’s Laufband? Das wird sicher gleich frei.” “Äh, nein. Ich war erst um 4.30 Uhr im Bett und 5 Stunden später schon wieder wach.” “Wir müssen das Laufband ja nicht schnell einstellen.” “Na, heute nicht. Ich lauf da mal kurz den Gang auf und ab.” Wurde akzeptiert der Vorschlag und 10 Minuten später stand ich mit dem Karton unter’m Arm an der Kasse. Nun gut, so ein neues Paar Laufschuhe setzt ja fast voraus, dass man die dann auch laufend am gleichen Tag ausführt. Egal wie müde man ist. Und wer feiert, kann auch arbeiten, äh laufen. Gesagt, getan. Und es lief erstaunlich locker. Fast schon beschwingt. Zumindest an den Füßen. Der Rest des Körpers fühlte sich leicht gequält.

Wenn es in so suboptimalem Zustand halbwegs locker und 6km lang läuft, dann kann man das ja an einem Montag, der noch dazu Feiertag ist, in einer optimaleren Verfassung wiederholen. Und siehe da: ich baute sogar eine Extraschleife ein. War aber auch zu motivierend als ich nach 5km plötzlich neben mir stampfende Schritte hörte. Nachdem ich gerade einen Papa mit seinen zwei kleinen Töchtern überholt hatte. Kurz umgedreht und ein Lächeln machte sich in meinem Gesicht breit: die Kleinere der Beiden (etwa 3 Jahre alt) versuchte mit mir mitzuhalten. Klappte ein paar Meter ganz gut (immerhin musste sie ja auch ein Stück sprinten um mich einzuholen), dann hörte ich ein etwas atemloses “Ich kann nicht mehr.” neben mir und die stampfenden Schritte waren weg. Noch ein wenig am Laufstil arbeiten und dann nehme ich sie mit auf meine Runden. Dieses kleine, aber feine Erlebnis war anscheinend der Auslöser für ein Mini-Runner’s High. Auf alle Fälle lief ich nicht geradeaus nach Hause, sondern bog nochmals links ab und lief eine weitere Schleife durch den Park. 7,2km durfte Heinz heute mit dem Satelliten kommunizieren. Das gab es seit Juni 2011 nicht mehr…

Kategorie: Uncategorized | Tags: , , , , | 4 Kommentare